Aus Lebensmittelabfällen wird die Energie von morgen

Kategorie: Produkte & Maschinen

Allein in Deutschland werden pro Jahr etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittel nicht verzehrt. Das sind abgelaufene Lebensmittel aus dem Lebensmitteleinzelhandel, Waren mit beschädigten Verpackungen oder ausgelaufene Aktionsware. Diese Lebensmittelabfälle sind rein energetisch betrachtet sehr wertvoll, denn aus den Bioabfällen wird in Biogasanlagen nachhaltige Energie zur Einspeisung in unserer Strom- und Fernwärmenetz. Darüber hinaus wird der Bioabfall in Kompost umgewandelt. Damit diese Verwandlung von Bioabfall zu Bioenergie und Kompost funktioniert, müssen die Verpackungen und weitere Fremdstoffe entfernt werden. Dieser Beitrag zeigt, wie solche Bioabfälle heute mit Hilfe modernster Vermahlungs- und Trenntechnologien optimal verwertet werden können und sie erneuerbare Energie Bioabfall fördern.

Ressourcenschonung durch Verwertung von verpackten und unverpackten Lebensmittelabfällen

Die Energieproduktion aus Biomasse entsteht heute in erster Linie aus Nutzpflanzen, die bereits einen guten Beitrag zur CO2 -Einsparung leisten. Auch Bioabfälle können als natürliche Ressource zur CO2-neutralen Energieproduktion genutzt werden. Dazu muss die im Abfall enthaltene Organik lediglich von den Fremdstoffen befreit und verfügbar gemacht werden.

Auf die Stofftrennung kommt es an

Für eine energetische und stoffliche Verwertung des Bioabfalls ist eine zuverlässige Trennung von Bioabfällen und Fremd- bzw. Störstoffen (also Verpackungen auf der einen und fälschlicherweise in der Biotonne gelandeten „Fehlwürfen“) von entscheidender Bedeutung. Die zerkleinerte und durchmischet Organik wird nach dem Grundgedanken der Kreislaufwirtschaft energetisch und stofflich verwertet: In Vergärungsanlagen entsteht Biogas und in Kompostierungsanlagen werden die Gärreste stofflich zu Kompost verwertet. Dieser Kompost wird von Landwirten eingesetzt, um das Pflanzenwachstum zu verbessern. So kann auf chemische Dünger verzichtet werden. Ein optimaler Kreislauf der Bioabfallverwertung. Die Fremdstoffe, die vom DRM-System separiert wurden, werden thermisch verwertet.

Ressourcen optimal verwenden mit der DRM-Separationsmühle

Im Unterschied zu herkömmlichen Prozesstechniken erlaubt das DRM-System bereits am Anfang der Materialaufbereitung die präzise Trennung der organischen und anorganischen Stoffe. Bei herkömmlichen Anlagenkonfigurationen zur Aufbereitung von Bioabfall und Separation von Fremdstoffen sind etliche Prozessschritte erforderlich. In der Regel werden unterschiedlichste, in der Regel nachgelagerte, Siebtechniken an verschiedenen Stationen eingesetzt. Mit der DRM-Separationsmühle erfolgt gleichzeitig eine Zerkleinerung des Bioabfall und die Ausschleusung der Fremd- und Störstoffe. Dadurch fallen in einer DRM-Anlagenkonfiguration Prozessschritte weg; das sind zum Beispiel Handsortierungen, Nachzerkleinerungen und diverse weitere Siebtechniken.

Mit der DRM-Separationsmühle hat Tietjen eine bisher unerreichte Reinheit der organischen und anorganischen Fraktionen bei großem Durchsatz erreicht. Konzipiert für eine zuverlässige Trennung des biogenen Anteils von Fremdstoffen, sichert die DRM-Separationsmühle gleich zu Beginn des Prozesses die Reinheit des Substrats. Die besondere Konstruktion ermöglicht eine hohe Separationsleistung bei minimalem Energieaufwand. Das macht die DRM-Separationsmühle technisch und ökonomisch wertvoll. Aufgrund der kompakten Bauweise kann die DRM-Separationsmühle in fast jedes Anlagendesign möglicher mechanisch-biologischer Abfallbehandlungsprozesse (MBA-Prozesse) integriert werden.

Zur DRM Separationsmühle

Schlankes Anlagendesign zur Behandlung von Lebensmittelabfällen

Das Herz unserer Biomasse-Anlagen ist die DRM-Separationsmühle. Sie steht im Zentrum der Zerkleinerung und Trennung von Fremd- und Störstoffen. Vorgelagerte und nachgeschaltete Technik hängt von der Verarbeitungskapazität und Trennqualität, die die DRM Separationsmühle erzielt, ab. Der Prozess gestaltet sich wie folgt: 


Der Annahmebehälter
Über einen Annahmebehälter und eine Förderschnecke wird das Eingangsmaterial in die Mahlkammer der Doppelrotormühle DRM befördert. Die DRM-Separationsmühle ist für eine zuverlässige Trennung des biogenen Anteils von Fremd- bzw. Störstoffen aus unterschiedlichen Abfallströmen konzipiert worden. Sie ist dabei für Prozesse mit größeren Abfallmengen ausgelegt.

Zerkleinerung und Trennung
Die Zerkleinerung erfolgt dabei über die mit Schlägern bestückten Rotoren, die die Organik durch Siebe pressen und Fremdstoffe aufgrund ihres spezifischen Gewichts auswerfen. Die DRM sorgt neben der Abtrennung der Störstoffe für eine Oberflächenvergrößerung des organischen Materials und steigert damit den spezifischen Gasertrag einer nachfolgenden Gärstrecke. Gleichzeitig wird mit der Homogenisierung des Materials auch die Viskosität der Biomasse gesenkt und nachfolgende Prozessstufen merklich energetisch entlastet. Eine leichtere Fällung von Silikaten (Sand) hat folgende Vorteile:

  • weniger Verschleiß
  • Schwimmschichten im Fermenter werden verringert,
  • Belastung auf Pumpen- und Rührwerk wird minimiert.

Das schafft bessere Voraussetzungen für eine vollständige Nutzung des Biogas-Potentials.

Durch die einstellbaren Drehzahlen und variable Motorisierung (55/75kW) der Rotoren kann die DRM-Separationsmühle optimal auf verschiedene Eigenschaften von Bioabfällen eingestellt werden. Die DRM-Separationsmühle kommt sowohl in der Flüssig- als auch in der Trockervergärung zum Einsatz. Eine Flüsssigkeitszugabe ist für die Aufbereitung von verpackten Lebensmitteln in der Regel nicht nötig. Lediglich bei sehr trockenen Bioabfällen kann die Flüssigkeitszugabe die Separationsleistung verbessern.

Pressschnecke

Mittels Pressschnecke werden die von der DRM-Separationsmühle separierten und verkleinerten Fremdstoffe (Kunststoffverpackungen) zur thermischen Verwertung vorbereitet.

Kundenspezifisches Anlagendesign mit der DRM Separationsmühle im Zentrum der Anlage

Bauart und Wartung der DRM Separationsmühle

Die DRM 800 besteht aus massivem Edelstahl, um auch groben Fremdstoffen Stand zu halten. Die eingebaute Hydraulik macht es Betreibern einfach, Gehäusehälften für die Wartung zu öffnen oder um massive Störstoffe zügig zu entfernen. Wesentliche Ersatzteile, die meist nach einigen Jahren ersetzt werden müssen, sind bewusst geschraubt, so dass eine sehr lange Maschinen-Lebenszeit mit geringem Wartungsaufwand erreicht wird.

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  • Autor:
    Thomas Runde // Tietjen Redaktion

  • Fotos:
    Titelbild: shutterstock 1309525609 // lovelyday12, Pflanze in Komposterde: shutterstock 755382610 // lovelyday12, Tietjen

  • Schlagworte des Artikels:
    Abfallströme, Anlagenbau Nassvermahlung, Anlagenbau Trockenvermahlung, Biogas, Biomasse, DRM-Separationsmühle, Energieproduktion, erneuerbare Energie, Kompost, Lebensmittelabfälle, Separation, Stromströme

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