Indien

Vermahlung von Stroh zur Steigerung der regionalen Energieproduktion

Holz und Fasern

Die Verbrennung organischer Abfälle trägt zur Luftverschmutzung und zum Klimawandel durch die Freisetzung von Schadstoffen und Kohlendioxid in die Atmosphäre bei. In Indien fallen große Mengen an landwirtschaftlichen Abfällen, einschließlich Ernterückständen an, die überwiegend auf den Feldern verbrannt werden. Die indische Regierung hat deshalb Anreize dafür geschaffen, Biomasse, wie Reisstroh, stattdessen zu erneuerbaren Energieträgern weiterzuverarbeiten. Zum Aufschluss muss diese Biomasse zunächst zerkleinert werden – dies kann durch eine Hammermühle von Tietjen geschehen.

Stroh energetisch nutzen

Soll aus Stroh möglichst nachhaltig Energie gewonnen werden, so findet dieser Weg vorrangig über die Gewinnung von Biogas statt. Generell wird Biogas durch Vergärung verschiedener organischer Materialen gewonnen und kann vielfältig verwendet werden: Als Treibstoff von Fahrzeugen, zur Erzeugung von Strom (z. B. in Blockheizkraftwerken) oder zur Einspeisung in ein Gasnetz.Der Prozess wird im industriellen Maßstab bislang vor allem bei der Vergärung von Maissilage und Speiseresten eingesetzt. Faserige Rohstoffe, wie Stroh, werden bei der Vergärung bisher meistens nur in geringen Anteilen als Co-Substrate genutzt. Die enthaltenen Lignin-Strukturen (beständige holzartige Stoffe) sind nur schwer abbaubar. Zudem neigt das Stroh durch seine hydrophoben Eigenschaften zum Aufschwimmen in der Biogasanlage. Ein wichtiger Faktor für eine gute Biogasausbeute aus diesem schwierigen Substrat ist darum eine möglichst große spezifische Oberfläche. Es ist wichtig, die enthaltenen Fasern – insbesondere Lignin –unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit, möglichst vollständig aufzubrechen. Das erleichtert das Einmischen in das Gärsubstrat und den biologischen Abbau. Möglich ist sowohl eine Stroh-Vermahlung vor der Vergärung mit der Stroh-Mühle SD oder eine Nachzerkleinerung im Bypass mit Imprasyn. Beide Systeme lassen sich zur Steigerung der Ausbeute auch miteinander kombinieren.

Vermahlung mittels der Stroh-Hammermühle SD

Für die Vermahlung auf eine, für die Biogasanlage optimale Partikelgröße, eignet sich die Tietjen Stroh-Hammermühle SD. Diese Mühle ist speziell für die Vermahlung von faserigen Produkten wie Stroh, Heu oder Luzerne entwickelt worden. Ein Reißkamm im Einlaufbereich sowie eine besondere Geometrie der Mahlkammer bewirken eine effiziente Zerkleinerung der Fasern. Ein spezielles Trägersystem, an dem die Schläger befestigt sind, vereinfacht den Schlägerwechsel und sorgt für eine hohe Verfügbarkeit. Das Stroh wird bei der Vermahlung pneumatisch durch die Mühle transportiert und verlässt die Mahlkammer durch das Sieb, wenn es fein genug zerkleinert ist. Das vermahlene Stroh kann danach direkt als Substrat oder Co-Substrat verwendet werden.

Die Nachzerkleinerung des Stroh-Substates mit Imprasyn schafft zusätzlich die Möglichkeit, durch einen weiteren mechanischen Aufschluss in Kombination mit der Zugabe von Mikroorganismen, die schwer verfügbaren Nährstoffe in den Lignin-Fasern noch besser zu verwerten. Substrat wird dem Fermenter entnommen und nach der Verarbeitung dorthin zurück oder in den Nachgärer geleitet. Dadurch wird die Effektivität des Biogasprozesses nochmals gesteigert.

Ein nachhaltiger Kreislauf

Die Gärreste des Biogas-Prozesses eignen sich hervorragend als organischer Dünger und können wieder in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Damit schließt sich der nachhaltige Kreislauf der Energiegewinnung aus Stroh.

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